ERC Ingolstadt Frauen verpatzen Saisonauftakt durch katastrophale Chancenverwertung und Undiszipliniertheit

 

Am letzten Wochenende standen die ersten zwei Spiele der neuen Bundesligasaison für den ERC Ingolstadt auf dem Plan und Gegner war kein geringerer als der amtierende Deutsche Meister aus Planegg. Die Panther mussten dabei beim Heimspiel am Samstag auf Sybille Kretzschmar, Paula Byszio und Chiara Gehrsitz verzichten. Beim zweiten Spiel am Sonntag fehlten auch noch Anastazja Gawron, Nadine Gentz und Kristin Schmid, wo hingegen Paula Byszio wieder im Kader stand.

Das Spiel am Samstag war eine schnelle hochklassige Partie in der sich beide Teams zumindest im ersten Drittel nichts schenkten. Emily Nix scheiterte per Alleingang am Planegger Neuzugang im Tor, Franziska Albl. Lisa Geml im Ingolstädter Gehäuse wurde zwar häufiger, aber zumeist aus der Distanz geprüft und ließ ihrerseits nichts anbrennen. So ging man mit einem leistungsgerechten 0-0 in die erste Pause. Im zweiten Abschnitt spielte dann nur noch das Team aus Ingolstadt, was auch das Torschussverhältnis von 13-4 zu Gunsten des ERC wiedergibt. In der 24. Minute war es dann Brooke Reimer, die das erste Saisontor für die Panther mit einem schönen Solo erzielte. Was dann allerdings in zweiten Drittel passierte, lässt sich nur als Chancenwucher bezeichnen, so scheiterte der ERC einmal an der Latte, zwei mal am Pfosten und vergab weitere drei(!) Alleingänge, so dass es beim 1-0 nach 40 Minuten blieb. Im letzten Drittel erwischten dann die Panther wieder den besseren Start und gingen durch Brooke Reimer in der 46. Spielminute mit 2-0 in Führung. Auch nach dem Treffer blieb der ERC größtenteils spielbestimmend, ließ aber weiterhin beste Torchancen ungenutzt und so kam es wie es kommen musste. Einen Abspielfehler in der neutralen Zone nutzte der ESC in Planegg durch Bernadette Karpf in der 50. Spielminute zum 2-1 Anschlusstreffer. Bis zwei Minuten vor dem Ende brachte der ERC Ingolstadt das Ergebnis gut über die Zeit und hatte im eigenen Drittel alles im Griff, als Emily Nix für eine überflüssige Aktion abseits den Spielgeschehens für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Und natürlich nutzte der amtierende Meister die Überzahl 43 Sekunden vor dem Ende mit einem verdeckten Schuss von der blauen Linie zum Ausgleich. 15 Sekunden vor Schluss vergab der ERC noch einmal eine Großchance zum Siegtreffer und so ging es mit einem 2-2 in die Verlängerung. Da auch dort keine Treffer fielen, musste das Penaltyschießen entscheiden, bei dem der ESC Planegg durch das Tor von Corie Jacobsen die Oberhand behielt und den Zusatzpunkt mit heim nahm.

 

Tags darauf musste man um 11.15 Uhr erneut gegen Planegg ran, diesmal auswärts in Grafing. Der Start in die Partie wurde leider komplett verschlafen, so dass man bereits nach 11 Minuten mit 0-3 zurücklag. Paula Byszio, die heute zwischen den Pfosten stand, musste bereits nach 7 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Für sie kam erneut Lisa Geml zum Einsatz. Nach dem das 0-3 endlich als Weckruf diente, kam der ERC Ingolstadt richtig ins Spiel und machte da weiter wo er am Samstag aufgehört hatte. So wurde zwei mal der Pfosten getroffen und zwei weitere Alleingänge vergeben. In der 18. Und 20. Spielminute konnte Brooke Reimer mit ihren Saisontoren 3 und 4 den Anschluss zu Gunsten der Panther wieder herstellen und man ging mit einem kleinen Rückstand in die erste Pause. Auch in den nächsten 20 Minuten gab es das selbe Bild, der ERC war die bessere Mannschaft, aber vergab Chance um Chance, unter anderem eine 100sekündige 5 gegen 3 Überzahl. Auch in diesem Drittel hatte man erneut drei Alleingänge, die allesamt vergeben wurde. Im letzten Drittel versuchte man noch ein mal alles und scheiterte entweder an der gut aufgelegten Julia Graunke im Planegger Tor oder aber am eigenen Unvermögen. Als Coach Christian Sohlmann eine Minute vor Schluss die Torhüterin zu Gunsten eines sechsten Feldspielers opferte, gelang der Ausgleich leider nicht mehr, stattdessen erzielte Planegg 2 Sekunden vor Schluss noch das 4-2 ins leere Gehäuse.

 

Als Fazit aus diesem Wochenende bleibt  zu ziehen, dass man mit dieser Chancenverwertung in den Topspielen leider nicht punkten wird, auch wenn man fast über das gesamte Spiel das bessere Team ist. Außerdem geht man natürlich nun mit einer riesigen Hypothek aus den Topspielen in die restliche Bundesligasaison.

 

Es bleibt zu hoffen, dass in zwei Wochen bei den nächsten beiden Heimspielen gegen das letztjährige Schlusslicht aus Hannover bei möglichst vielen Spielerinnen der Knoten vor dem Tor platzt, da man die Woche drauf zu den defensivstarken Bären aus Bergkamen muss.